Kurbelradio – funktioniert garantiert im Notfall

KurbelradioHaben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Sie sich in die Natur zurückziehen müssten, um dem täglichen Alltagswahnsinn entkommen zu können? Aber egal, wie lange man dem Alltag entfliehen möchte, will man doch irgendwie up to date bleiben. Vor allem sollte man die Wetterberichte im Auge behalten. Ein Radio, am besten ein Weltempfänger, wäre diesbezüglich am besten. Was aber wenn die Batterien alle sind und man keinen Ersatz dabei hat? Ein Solar-Radio? Und wenn es stets bewölkt ist? Da hilft nur eines – ein Kurbelradio.

Was ist ein Kurbelradio?

Das Kurbelradio wird auch als Dynamo-Radio bezeichnet. Die heutigen Kurbelradios sind in den meisten Fällen mit drei unterschiedlichen Methoden ausgestattet, den Akku wieder aufzuladen:

  • Die Kurbel: Man kann sich diese Funktion ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo vorstellen. Durch das Betätigen der Kurbel wird der Dynamo angetrieben, was wiederum zum Aufladen des Akkus führt. Eigentlich ganz einfach und meist recht schnell erledigt.
  • Das Solarpanel: Nutzen Sie ruhig die Sonne des Tages, auch gerne bei einer Wanderung, um das Radio aufzuladen. Geht die Sonne erst einmal unter oder hat sich hinter einer Wolke versteckt, ist es vorbei mit dem Aufladen und man muss auf die bereits vorhandene Akkuladung zurückgreifen.
  • Der Netzstecker: Richtig, er ist nur dann einsatzbereit, wenn eine Steckdose verfügbar ist. Da der Akku auf diese Weise am effektivsten aufgeladen werden kann, hält die Akkuladung so auch am längsten vor.

Sie sehen: Eigentlich müssen Sie sich gar nicht für eine einzige Aufladeoption entscheiden. Sie haben drei zur Auswahl und eine wird immer gerade möglich sein, nicht wahr?

Dennoch sollte nicht einfach eines gekauft werden, denn entscheidend ist der Akku, also die Batterie, selber.  In diesem Punkt haben Sie die Auswahl zwischen einem Nickel-Metalhydrid-Akku (Ni-MH) oder aber einem Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion). Sie können der Produktbeschreibung entnehmen, für welche Variante sich der Hersteller entschieden hat. Selbstverständlich stellt sich nun die Frage, welcher Akku die Spannung länger halten und Sie in der „Wildnis“ begleiten kann.

  • Li-Ion-Akku: Zunächst kann vermerkt werden, dass ihre Lebensdauer grundsätzlich höher angesetzt wird als die der Ni-MH-Akkus. Die Energiedichte ist größer. Die Selbstentladung ist sehr niedrig angelegt. Eine Akkupflege ist bei diesen Modellen nicht von Nöten. Sollte der Akku mit einem so genannten Memory-Effekt ausgestattet sein, beeinträchtigt dieser die Leistung überhaupt nicht. Dennoch weisen sie auch einen großen Nachteil auf. Denn diese Akkus reagieren sehr empfindlich auf Überladung und Tiefenentladung. Zudem sind sie nur in einem bestimmten Temperaturbereich gebrauchsfähig, nämlich zwischen +5°C und +35°C. Liegen sie über bzw. unter diesen Werten kann es zu Fehlfunktionen kommen. Die Anschaffung eines Zweitakkus ist jedoch bei diesen Akkus sehr teuer und daher nur selten lohnenswert.
  • Ni-MH-Akkus: Den Vorgänger hat man aus dem Gebrauch verbannt, die Nickel-Cadmium-Batterie. Das ist gut, denn diese Variante weist die dreifache Leistungskapazität auf. Sie werden daher gerne in Geräten eingesetzt, die große Akkus und eine große Energiemenge benötigen. In Bezug auf den schwächenden Memory-Effekt sind sie geringfügig anfällig. Dieser kann verringert werden, wenn der Akku alle paar Monate vollständig entladen wird. Ihre Pflege ist recht aufwendig. Bevor man diesen Akku verwendet, ist eine vollständige Aufladung notwendig. Allerdings sollte eine Schnellaufladung nicht mittels eines Schnellladegerätes durchgeführt werden. Dies führt zu einer ungleichmäßigen Zellaufladung des Akkus.

Kein DAB- oder Internetradio

Ja, darauf muss aufmerksam gemacht werden. Die meisten Kurbelradios sind relativ „einfach gestrickt“ und können mit DAB- oder Internetradio nicht mehr mithalten. Ein Modell vom Hersteller „Sangean“ ist tatsächlich in der Lage, DAB-Radio, also digitales Radio, zu empfangen. Allerdings schlägt sich dies auch sofort im Preis nieder. Jedoch muss man sagen, dass die meisten Personen, die sich ein Kurbelradio anschaffen, dies nicht tun, um vom Stromnetz unabhängig zu sein. Vielmehr tun sie es, weil es zu einer korrekten Outdoor-Ausrüstung dazugehört.

Das Kurbelradio als Notsignal, ehrlich?

Wir wollen ehrlich sein – Unfälle, und sei es nur ein verstauchter Fuß, können schnell passieren. Sie sind nicht einplanbar. Umso wichtiger ist es, auf sich aufmerksam machen zu können. Viele Wanderer haben deshalb stets eine Signalpfeife bei sich. Mit dem Kurbelradio kann für gewöhnlich ein schriller, hoher Signalton abgegeben werden. Einige Modelle verfügen zusätzlich über eine Signalpfeife. Insbesondere ist ein Modell mit Signalfunktion angeraten, wenn Sie sich oft alleine in „der Wildnis“ aufhalten.

Was sollte das Kurbelradio aufweisen können?

Folgende Bestandteile sollten auf jeden Fall vorhanden sein:

  • Display
  • Trageband (am besten zum Feststellen am Handgelenk)
  • Solarfähig als Alternative zur Kurbel
  • Notfall-Signalton
  • Taschenlampe
  • Uhr
  • USB-Anschluss
  • Micro-SD-Slot

Warum eine Taschenlampe am Kurbelradio?

Wer wandert, ist mit leichtem Gepäck unterwegs. Ein zuverlässiges Kurbelradio, das auch noch als Taschenlampe fungiert, ist doppelt praktisch. Auch das Licht der Taschenlampe wird dank des Kurbel-Dynamos niemals erlöschen. Sie können aber auch gar nicht wählen, da alle guten Modelle zur Zeit grundsätzlich mit der Taschenlampe ausgestattet sind.

… und der USB-Anschluss?

Wie wir mittlerweile wissen, kann das GPS-Signal eines Smartphones Leben retten. So auch, wenn Sie einen Unfall hatten oder sich verlaufen haben. Sie haben ein Smartphone dabei, ein USB-Ladekabel und ein Kurbelradio, das als Powerbank dienen kann. Ein fantastischer Weg, um Hilfe zu rufen oder sich zu orientieren, wenn es nur noch mit modernen Geräten möglich ist.

Ohne Uhr ist man zeitlos

Ach richtig – genau dies will man doch sein, wenn man durch die Wälder streift oder nicht? Aber schnell hat man die Zeit aus den Augen verloren. Insbesondere wenn das Smartphone im Auto oder gar zu Hause geblieben ist. Die Uhr des Kurbelradios kann uns helfen, die Ruhe und die Geborgenheit der Natur sicher, aber zeitlos an uns vorbeigehen zu lassen. Denn irgendwann heißt es bestimmt: Auf nach Hause! Und den richtigen Moment hierfür sollte man nicht verpassen.

Welche Radio-Frequenzen kann ich mit dem normalen Weltempfänger hören?

Haben Sie sich für eine DAB-fähiges Radio entschieden, stehen Ihnen alle Frequenzen zur Verfügung, die Sie an Ihrem Standort empfangen können. Handelt es sich um einen Weltempfänger der herkömmlichen Art, werden sie die regulären AM/FM Frequenzen hören können, die an Ihrem Ort verfügbar sind. Das kann auch durchaus mal nur eine einzige sein.

Sehen Sie – es ist immer eine gute Idee, das Kurbelradio mit sich zu führen, wenn man eine Wanderung in eine wenig bewohnte Region unternimmt. Dies können die Berge genauso sein wie die Lüneburger Heide.